

Batzdorfer Hofkapelle
Das idyllische Schloss Batzdorf, ein zwischen den Elbhängen bei Dresden gelegenes mittelalterliches Rittergut, ist der Initiations- und Inspirationsort der Batzdorfer Hofkapelle.
1993 fand das Gründungskonzert des ebenso scherzhaft wie selbstbewusst Batzdorfer Hofkapelle genannten Ensembles im Renaissancesaal des Schlosses statt. Im August 1993 folgten die 1. Batzdorfer Barockfestspiele, die sich bald zur alljährlichen Kultveranstaltung der Dresdner Kulturszene entwickelt haben. Die Erschließung unbekannten Repertoires machte die Batzdorfer Hofkapelle weit über die sächsischen Grenzen hinaus bekannt.
Nach der erfolgreichen Produktion der komischen Oper Calandro an ihrem Uraufführungsort Schloss Pillnitz 1997 folgte 1998 eine Aufführungsserie der Amazonenoper Talestri von Maria Antonia Walpurgis von Sachsen im Münchener Cuvilliéstheater sowie im historischen Theater in Neuburg an der Donau. Andere Opernproduktionen folgten u.a. im Markgräflichen Opernhaus Bayreuth, im Ekhof-Theater Gotha und im Theater des Potsdamer Schlosses Sanssouci. Das Ensemble ist zu Gast bei vielen Festivals wie den Tagen Alter Musik Herne (WDR), beim Fest Alter Musik im Erzgebirge (mit Cantus Cölln unter Konrad Junghänel), dem Bachfest Leipzig, beim Fränkischen Sommer, bei den "Stimmbildern" im Burghof Lörrach.
Viel beachtet war im Mozart-Jahr 2006 auch die deutsch-französische Zusammenarbeit beim szenischen Mozart-Pasticcio short cuts unter Leitung von Laurence Equilbey unter anderem in Luxemburg und Paris.
Neben der Auswertung des reichen Handschriftenbestandes der Dresdner Staats- und Universitätsbibliothek erweiterte das Ensemble sein Repertoire inzwischen auch um Standardwerke. Spezialität ist und bleibt aber Dresdens Opern-, Oratoriums- und Orchesterrepertoire des 18. Jahrhunderts: Im Sommer 2000 erschien das für Dresden komponierte Oratorium La Pace di Kamberga von Johann David Heinichen. Ein sehr erfolgreiches Projekt ist seit 2000 die Oper Il filosofo convinto in amore von Johann Friedrich Agricola.
In diesem Jahr war die Batzdorfer Hofkapelle im Rahmen des Bachfests Leipzig im Historischen Theater Bad Lauchstädt mit einer Eigen-Inszenierung der Oper Cleofide von Johann Adolf Hasse zu erleben.
CD-Produktionen
Nach mehreren CDs mit Opern und Oratorien erschien eine Aufnahme mit Orchestermusik von Händel in z.T. erstmalig veröffentlichten Dresdner Fassungen, gefolgt von einer CD u.A. mit Kantaten von Hasse und Zelenka, gesungen von der jungen französischen Sängerin Salomé Haller.
Diese CDs der Batzdorfer Hofkapelle sind erschienen bei dem Label Kammerton, die in der Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Vokalensemble erscheinen bei cpo. Das Debüt der Batzdorfer Hofkapelle beim Label Accent war 2008 eine CD mit Dresdner Orchestermusik und Oboenkonzerten aus der Sammlung Pisendels (ACC 24202) mit der Solistin Xenia Löffler.
2010 kam eine CD mit Kammermusik aus ebendieser Pisendel-Sammlung u.a. mit Werken von Torelli, Händel, Weiss, Porpora und Brescianello heraus (ACC 24222). Anfang 2011 folgte die erstmalige Veröffentlichung von Orchestermusik und Concerti des Bayreuther Kapellmeisters Johann Pfeiffer (ACC 24218).
Die Batzdorfer Hofkapelle mit dem Bassisten Raimund Nolte veröffentlichte Ende 2011 neben Kammermusikwerken Händels alle seine Bass-Solo-Kantaten (ACC 24249); diese entstanden während seines Italienaufenthalts, der die schöpferischste Zeit seines Lebens sein sollte.
Im September 2012 nahm die Batzdorfer Hofkapelle mit Xenia Löffler als Solistin Oboen-Konzerte und Kammermusik von den Brüder Carl-Heinrich und Johann Gottlieb Graun auf, sie werden im Laufe des Jahres 2013 veröffentlicht.
Viele Projekte der Batzdorfer Hofkapelle entstanden in Zusammenarbeit mit dem MDR, dem DLF, dem WDR oder in Koproduktion mit dem Bayerischen Rundfunk oder wurden erst durch die umfangreiche Unterstützung der Ständigen Konferenz Mitteldeutsche Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen e.V. ermöglicht.