Cantate d'amore

Alessandro Scarlatti

KammerTon KT 2011

Gunther Schmid (Altus)

Honigmond und Höllenschlund liegen im Schäferreich Arkadiens noch dichter beieinander als irgendwo sonst im Universum. Glück und Elend, Rausch und Ohnmacht, Begierde und Eifersucht, Wut und Wahnsinn - wo immer Meister Cupido seine Finger im Spiel hat, bringt er das Herz in Wallung.

Scarlattis wenige Sinfonien, Concerti, Ensemble- und Solowerke sprechen eine äußerst kunstvolle Sprache, orientieren sich aber durchweg am gelehrten Stil der Vätergeneration. So auch die vermutlich um 1700 entstandenen Sonate a quattro für zwei Violinen, Viola und Baß, späte Abkömmlinge der Canzonen von gestern. Geistreich erfunden und meisterlich ausbalanciert zwischen streng gezirkelter Imitatorik und konzertanter Freiheit, besitzen sie gewiß mehr als das spröde Charisma bloßer Fingerübungen im kontrapunktischen Satz und bleiben doch im Grunde hoffnungslos anachronistisch.